Technische Details
Zur Realisierung von ERAMAS wird die Technologie
des Fraunhofer Resoure Grid
verwendet, die es ermöglicht, auf einfache Art und Weise die
einzelnen, über das Internet verteilten Soft- und
Hardwarekomponenten von ERAMAS zu koppeln.
ERAMAS zeichnet sich durch seine Flexibilität aus, die es durch die
Berücksichtigung wechselnder Verhältnisse und der Auswahl der zur
Problemlösung jeweils geeignetsten Modelle und Systeminformationen
erhält. Aufgrund seines Aufbaus als verteiltes System, bei dem die
verschiedenen Simulationsmodelle in der Obhut der jeweiligen Entwickler
verbleiben, wird eine dynamische Anpassung an den sich entwickelnden
wissenschaftlich-technischen Höchststand gewährleistet. Zudem soll durch
eine einfach und intuitiv bedienbare, webbasierte Benutzeroberfläche
ermöglicht werden, dass ERAMAS auch ohne spezielle Kenntnisse der
benutzten Modelle und Methoden produktiv und unabhängig vom Ort
eingesetzt werden kann.
Die Prognose und Bewertung der zu erwartenden Schadstoffbelastung
beruht auf anerkannten Simulationsmodellen. Bei den zunächst
vorgesehenen Modellen handelt es sich um:
- Ein diagnostisches Windfeldmodell, das mit einem geringen Umfang
an dynamischen Eingangsgrößen (Messungen bzw. Beobachtungen
einer Wetterstation wie Windgeschwindigkeit und Richtung,
Temperatur, Mischungsschichthöhe bzw. Stabilitätsklasse) realistische
Windfelder berechnet.
- Mehrere Quellstärkemodule zur Simulation der Schadstofffreisetzung
aus Schornstein, als Strahl, Linienquellen oder durch Verdunstung
von Flüssigkeiten.
- Ein Lagrange-Modell für den Schadstofftransport in der Atmosphäre,
das aus den ermittelten Quellstärken mit dem berechneten Windfeld
eine dreidimensionale Konzentrationsverteilung der freigesetzten
Schadstoffe ermittelt.
- 1D-Simulationsmodell für den Schadstofftransport in der
Aerationszone (HYDRUS).
- 3D-Simulationsmodell für den Schadstofftransport in der
grundwassergesättigten Bodenzone (MODFLOW).
- Modelle zur Simulation der Exposition beim Menschen für
verschiedene Arten von Ingestions- und Inhalationspfaden.
- Module zur Risikobewertung in Abhängigkeit von der
Flächennutzung und der resultierenden flächenhaften Verteilung von
Schadstoffen.
Das System ist so ausgelegt, dass zu einem späteren Zeitpunkt Modelle von
anderen Modellanbietern ohne Probleme in ERAMAS eingebunden werden
können, um auf diese Weise zum Beispiel neue Simulationsgebiete und
weitere Transportpfade in der Simulation berücksichtigen zu können.
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Bertram Walter
Last modified: Wed Nov 27 16:15:18 MET 2002